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Vorsicht vor dubiosen Online-Angeboten

24.08.2026

Apotheken in Nordrhein warnen bei „Abnehmpille“ und Vitamin D

Die Apotheken in Nordrhein warnen vor dem unkontrollierten Bezug von Arzneimitteln und hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln über zweifelhafte Internetangebote. Aktuelle Fälle rund um eine neue verschreibungspflichtige Semaglutid-Tablette zur Gewichtsreduktion und die schwere Vitamin-D-Vergiftung eines Säuglings zeigen: Bei Gesundheitsprodukten können falsche Berater, eine unpassende Produktauswahl, eine fehlerhafte Dosierung oder eine unsachgemäße Anwendung gravierende Folgen haben.

„Arzneimittel sind keine gewöhnlichen Konsumgüter, aber auch Nahrungsergänzungsmittel können – insbesondere bei Fehlgebrauch – massive Auswirkungen auf die Gesundheit haben“, erklärt Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein. „In der Apotheke vor Ort erhalten die Menschen nicht nur ein sicheres Arzneimittel. Sie erhalten zudem eine fachliche Prüfung, eine verständliche Beratung und einen verantwortungsvollen Ansprechpartner, dem die Gesundheit seiner Patienten am Herzen liegt. Genau das schützt vor Fehlanwendungen und vermeidbaren Gesundheitsschäden.“

Neue „Abnehmpille“ erfordert sorgfältige Begleitung

Bereits vor der erwarteten Markteinführung von Semaglutid-Tabletten zur Gewichtsreduktion im September werben fragwürdige Internetportale mit Verordnungen und Vorbestellungen. Das verschreibungspflichtige Arzneimittel steht zwar auf der Liste der Lifestyle-Arzneimittel, ist aber dennoch ein hochwirksames verschreibungspflichtiges Medikament mit möglichen unerwünschten Wirkungen und Risiken sowie mit besonderen Einnahmebedingungen.

Person tippt auf einem Laptop. Auf dem Bildschirm ist eine Internetseite unscharf dargestellt und mit einem roten Warnhinweis überlagert. Der gut sichtbare Text lautet: „VORSICHT! Dubiose Online-Angebote“. Das Bild symbolisiert die Warnung vor unseriösen oder betrügerischen Angeboten im Internet.
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Arzneimittel aus dem Internet: Vorsicht bei dubiosen Angeboten

Apothekerinnen und Apotheker prüfen ärztliche Verordnungen unabhängig, berücksichtigen weitere Medikamente und Erkrankungen und erklären die korrekte Einnahme. Diese pharmazeutische Kontrolle ist entscheidend für eine sichere und erfolgreiche Behandlung.

„Für eine sichere Therapie reicht nicht ein Klick auf einen Bestellbutton“, betont Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein e.V. „Sie braucht eine ärztliche Diagnose und eine qualifizierte pharmazeutische Begleitung. Gerade bei komplexen Arzneimitteln können Apotheken Anwendungsfehler erkennen, Risiken vermindern und die Patientinnen und Patienten während der Behandlung persönlich und individuell unterstützen.“

Vitamin-D-Vergiftung zeigt Risiken falscher Produktauswahl

Wie schwerwiegend die Folgen einer falschen Produktauswahl sein können, zeigt ein im Juli dieses Jahres bekannt gewordener Fall in Deutschland: Ein sechs Monate alter Säugling musste wegen einer schweren Vitamin-D-Vergiftung stationär behandelt werden. Statt eines für Säuglinge geeigneten Präparats war ein hochdosiertes Vitamin-D-Produkt für Erwachsene verabreicht worden.

Eltern sollten deshalb ausschließlich Präparate verwenden, die ausdrücklich für Säuglinge geeignet sind. Hochkonzentrierte Erwachsenenprodukte dürfen nicht eigenständig auf eine Dosierung für Kinder umgerechnet werden.

„Ähnlich aussehende Produkte können völlig unterschiedliche Wirkstoffmengen enthalten“, warnt Hoffmann. „Die Apotheke prüft, ob ein Präparat für das jeweilige Alter geeignet ist, welche Dosierung vorgesehen ist und wie es sicher angewendet wird. Eine persönliche Beratung kann im entscheidenden Moment vor einer gefährlichen Fehlanwendung schützen.“

Apotheken sind zentrale Sicherheitsinstanz zwischen Verordnung und Anwendung

Apotheken vor Ort verbinden die zuverlässige und niedrigschwellige Versorgung mit Arzneimitteln mit persönlicher pharmazeutischer Beratung. Sie prüfen Verordnungen, erkennen Wechselwirkungen und Dosierungsfehler, beraten zur sicheren Anwendung und Selbstmedikation, finden Lösungen bei Lieferengpässen und gewährleisten die Versorgung im Nacht- und Notdienst.

„Apotheken sind weit mehr als Abgabestellen“, sagt Preis. „Sie sind eine zentrale Sicherheitsinstanz zwischen Verordnung und Anwendung. Sie erkennen Probleme, bevor daraus Schäden entstehen können und sind für die Menschen persönlich, wohnortnah und unmittelbar erreichbar. Gerade in einem immer unübersichtlicheren Gesundheitsmarkt ist diese verlässliche Beratung unverzichtbar.“

Die Apotheken in Nordrhein empfehlen, verschreibungspflichtige Arzneimittel ausschließlich nach ärztlicher Verordnung und mit pharmazeutischer Beratung anzuwenden. Insbesondere bei hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln sowie Präparaten für Kinder und Säuglinge sollten sich Verbraucher vor der Anwendung in ihrer Apotheke vor Ort zur richtigen Auswahl und Dosierung beraten lassen.