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07.09.2026
Eine Sepsis kann sich aus einer zunächst alltäglichen Infektion entwickeln und innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden. Zum Welt-Sepsis-Tag am 13. September erklären die Apotheken in Nordrhein, wie eine Sepsis entsteht, welche Warnzeichen auf sie hindeuten und warum im Verdachtsfall schnelles Handeln entscheidend ist.
Eine Lungenentzündung, ein Harnwegsinfekt oder eine entzündete Wunde können ganz unterschiedliche Beschwerden verursachen. Gemeinsam ist ihnen, dass Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze in den Körper eingedrungen sind und das Immunsystem darauf reagiert. Mediziner sprechen dann von einer Infektion. In den meisten Fällen gelingt es dem Körper, diese zu überwinden: je nach Erkrankung auch mit medizinischer Unterstützung.
Gefährlich wird es, wenn die Reaktion des Körpers auf die Infektion außer Kontrolle gerät. Die körpereigene Abwehr schädigt dann nicht nur die Krankheitserreger, sondern auch eigenes Gewebe und lebenswichtige Organe. Diese lebensbedrohliche Reaktion nennt man Sepsis. Sie ist ein medizinischer Notfall und muss so schnell wie möglich behandelt werden.
„Viele Menschen kennen Sepsis noch unter dem Begriff Blutvergiftung und verbinden sie vor allem mit einer entzündeten Wunde. Tatsächlich kann aber grundsätzlich jede Infektion eine Sepsis auslösen“, erklärt Apotheker Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein e.V. „Ein entscheidendes Warnsignal ist, wenn sich der Gesundheitszustand bei einer bestehenden oder vermuteten Infektion plötzlich deutlich verschlechtert.“
Sepsis erkennen: Auf diese vier Warnzeichen achten
Eine Sepsis ist nicht immer eindeutig zu erkennen. Auch Fieber ist kein verlässliches Warnzeichen: Es kann auftreten, aber auch fehlen. Die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis empfiehlt deshalb eine einfache Merkhilfe mit vier Schritten:
1. An den Kopf fassen: Ist die Person plötzlich verwirrt, desorientiert oder ungewöhnlich teilnahmslos? Das kann darauf hindeuten, dass das Gehirn durch die schwere Reaktion des Körpers beeinträchtigt wird.
2. Hand auf die Brust legen: Fällt das Atmen schwer, besteht Atemnot oder wird ungewöhnlich schnell geatmet? Eine deutlich veränderte Atmung kann zeigen, dass der Körper stark belastet ist.
3. Hand aufs Herz legen: Rast der Puls, wird der Person schwindelig oder treten Kreislaufprobleme auf? Bei einer Sepsis kann der Blutdruck stark absinken und der Kreislauf instabil werden.
4. Den Körper fühlen: Fühlt sich die Person plötzlich außergewöhnlich krank oder hat sie ungewöhnlich starke Schmerzen? Das Gefühl, „noch nie so krank gewesen zu sein“, kann ein wichtiges Warnsignal sein.
Nicht jedes dieser Warnzeichen bedeutet automatisch, dass eine Sepsis vorliegt. Entscheidend ist das Gesamtbild: Besteht eine Infektion oder wird eine vermutet und verschlechtert sich der Gesundheitszustand plötzlich deutlich, sollte auch an eine Sepsis gedacht werden.
„Besonders ernst nehmen sollte man das Gefühl, plötzlich außergewöhnlich schwer krank zu sein. Vor allem, wenn Atemnot, Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme auftreten“, betont Apotheker Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein. Bei Verdacht auf eine Sepsis oder einem anderen lebensbedrohlichen Zustand gilt: Sofort den Notruf 112 wählen und den möglichen Sepsisverdacht nennen.
Infektionen früh erkennen: Was die Apotheken vor Ort leisten können
Damit es möglichst gar nicht erst zu einer Sepsis kommt, sollten Infektionen vermieden, früh erkannt und richtig behandelt werden. Die Apotheken vor Ort sind dabei eine schnell und ohne Termin erreichbare Anlaufstelle. Bei Beschwerden wie Husten, Fieber oder Schmerzen sowie bei entzündeten Wunden erhalten Betroffene eine persönliche und qualifizierte Beratung.
Apothekerinnen und Apotheker können einschätzen, wann Beschwerden im Rahmen der Selbstmedikation behandelt werden können und wann eine ärztliche Untersuchung erforderlich ist. Ebenso wichtig ist die sichere Anwendung von Arzneimitteln: Bei verordneten Antibiotika beraten Apotheken beispielsweise zur richtigen Einnahme, zu möglichen Wechselwirkungen und dazu, was während der Behandlung zu beachten ist. Bei kleineren Verletzungen unterstützen sie zudem bei der Auswahl geeigneter Mittel zur Wundversorgung.
Auch ein ausreichender Impfschutz kann helfen, Infektionen vorzubeugen. Apotheken beraten dazu, welche Impfungen sinnvoll sein können, und bieten bestimmte Schutzimpfungen direkt vor Ort an. Werden Infektionen verhindert oder schwere Krankheitsverläufe vermieden, sinkt damit auch das Risiko, dass sich daraus eine Sepsis entwickelt.
„Die Stärke der Apotheke vor Ort liegt in der Verbindung von unmittelbarer Erreichbarkeit und pharmazeutischer Kompetenz“, sagt Apotheker Thomas Preis. „Wir helfen dabei, gesundheitliche Beschwerden richtig einzuordnen, Infektionen vorzubeugen und Arzneimittel sicher anzuwenden.“
Für den akuten Notfall gilt dagegen eine klare Regel: Bei Verdacht auf eine Sepsis nicht erst eine Apotheke oder Arztpraxis aufsuchen, sondern sofort 112 wählen.
Weitere Informationen sowie Entscheidungshilfen für Erwachsene und Kinder bietet die Initiative #DeutschlandErkenntSepsis.
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