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10.06.2026
Späte Anstoßzeiten in Nordamerika bringen Schlafrhythmus, Ernährung und Medikamenteneinnahme vieler Fans durcheinander. Die Apotheken beraten zu Risiken und Prävention.
Wenn bei der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko der Ball rollt, beginnt für Millionen Fußballfans in Deutschland eine Ausnahmezeit. Aufgrund der Zeitverschiebung werden zahlreiche Spiele erst am späten Abend oder in der Nacht übertragen. Über mehrere Wochen hinweg geraten dadurch bei vielen Menschen Schlafrhythmus, Essgewohnheiten und gewohnte Alltagsroutinen aus dem Takt.
Was für viele Fans zum WM-Erlebnis dazugehört, kann insbesondere für Menschen mit chronischen Erkrankungen gesundheitliche Folgen haben. Schlafmangel, Alkohol, unregelmäßige Mahlzeiten oder eine nachlässige Medikamenteneinnahme können den Organismus zusätzlich belasten und bestehende Beschwerden verstärken.
Genau hier leisten Apotheken einen wichtigen Beitrag: Wir beraten individuell, erkennen Risiken frühzeitig und helfen dabei, gesundheitliche Probleme zu vermeiden“, sagt Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein e.V.
Für viele Fans gehören Bier und andere alkoholische Getränke zum Fußballabend dazu. Häufig wird jedoch unterschätzt, dass Alkohol die Wirkung zahlreicher Arzneimittel beeinflussen oder Nebenwirkungen verstärken kann. Besonders bei Medikamenten gegen Bluthochdruck, Schmerzen, Depressionen, Allergien oder Diabetes können Wechselwirkungen auftreten. Diese reichen von verstärkter Müdigkeit und Kreislaufproblemen bis hin zu einer verminderten Wirksamkeit der Therapie.
„Viele Menschen sind überrascht, welche Auswirkungen Alkohol auf die Sicherheit und Wirksamkeit ihrer Arzneimittel haben kann. Die persönliche Beratung in der Apotheke schafft hier Klar- und Sicherheit“, erklärt Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein. Bestenfalls solle man jedoch komplett auf Alkohol verzichten und auf erfrischende antialkoholische Getränke zurückgreifen.
Elfmeterschießen, Verlängerungen oder Last-Minute-Tore treiben nicht nur die Emotionen, sondern auch Puls und Blutdruck in die Höhe. Wie stark Fußballfans körperlich auf wichtige Spiele reagieren können, zeigt eine aktuelle Studie der Universität Bielefeld. Forschende werteten die Daten von 229 Arminia-Bielefeld-Fans aus und stellten fest, dass deren Stressniveau am Tag des DFB-Pokalfinales 2025 gegen den VfB Stuttgart um 41 Prozent höher lag als an normalen Vergleichstagen. Die Herzfrequenz stieg bei Fernsehzuschauern von durchschnittlich 71 auf 79 Schläge pro Minute, bei Stadionbesuchern sogar auf 94 Schläge pro Minute. Besonders interessant: Fans, die während des Spiels Alkohol konsumierten, wiesen im Durchschnitt eine um fünf Prozent höhere Herzfrequenz auf als Nichttrinker. Die Forschenden weisen darauf hin, dass die Kombination aus emotionalem Stress und Alkohol das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen kann.
„Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten deshalb ihre verordneten Medikamente konsequent einnehmen und Warnsignale wie Brustschmerzen, Atemnot, Schwindel oder Engegefühle im Brustkorb ernst nehmen“, rät Preis.
Chips, Flips, Currywurst und Softdrinks gehören für viele Fans zur Fußballatmosphäre. Über die Dauer eines mehrwöchigen Turniers können sich daraus jedoch schnell ungünstige Ernährungsgewohnheiten entwickeln. Hohe Mengen an Fett, Salz und Zucker belasten nicht nur den Stoffwechsel, sondern können auch bestehende Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen negativ beeinflussen.
Gerade bei langen Fußballabenden lohnt sich deshalb ein bewusster Blick auf die Ernährung. Bereits kleine Veränderungen, wie zum Beispiel frisches Gemüse, Obst, Nüsse oder kalorienärmere Knabbereien als Ergänzung zu klassischen Stadion-Snacks, können dazu beitragen, den Körper während der Turnierwochen besser zu unterstützen. „Die Weltmeisterschaft ist kein Grund, auf Genuss zu verzichten. Entscheidend ist die richtige Balance“, erklärt Hoffmann.
Wer während der Weltmeisterschaft regelmäßig bis tief in die Nacht vor dem Fernseher sitzt, spürt die Folgen oft schon am nächsten Morgen: Konzentration, Leistungsfähigkeit und Reaktionsvermögen können nachlassen. Wird Schlafmangel über Wochen hinweg zum Dauerzustand, kann er zudem Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel zusätzlich belasten.
Besonders Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten deshalb auf ausreichende Erholungsphasen achten. Für die meisten Arzneimittel gilt: Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte zudem bei späten Anstoßzeiten möglichst bei den gewohnten Einnahmezeiten bleiben und seine Therapie nicht vernachlässigen.
„Einzelne kurze Nächte sind in der Regel unproblematisch. Werden Schlafdefizite jedoch über längere Zeit nicht ausgeglichen, kann dies die Belastbarkeit des Körpers verringern und bestehende Erkrankungen zusätzlich verstärken“, warnt Preis.
Die Apotheken an Rhein und Ruhr sind nicht nur tagsüber ein verlässlicher Ansprechpartner in Gesundheitsfragen. „Mit dem Nacht- und Notdienst stellen wir in dringenden Fällen die Beratung und Arzneimittelversorgung auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten sicher“, erklärt Dr. Hoffmann. „Die Apotheken in Nordrhein wünschen allen Fußballfans eine spannende und vor allem gesunde Fußball-Weltmeisterschaft 2026.“
Medikamente möglichst zur gewohnten Zeit einnehmen.
Alkohol vermeiden: insbesondere bei Medikamenteneinnahme.
Auf ausreichend Schlaf und Erholung achten.
Wasser statt Bier: alkoholfreie Alternativen bevorzugen.
Gemüse, Obst und Nüsse sind bessere Snacks als Chips & Co.
Beschwerden wie Herzrasen, Schwindel oder Atemnot ernst nehmen.
Die Apotheken vor Ort beraten zu Arzneimitteln und Gesundheitsrisiken.
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