OAV

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Optimierte Arzneimittelversorgung für pflegebedürftige geriatrische Patienten (OAV)

Stürze, Magenblutungen und Demenzen sind häufige Symptome oder Erkrankungen bei pflegebedürftigen Senioren. Zumeist werden diese dem Alter der Patienten zugeschrieben, tatsächlich aber oft durch Arznei-mittel verursacht. Bis zu 30 Prozent der pflegebedürftigen Senioren in Deutschland leiden unter zu vielen Arzneimitteln und dadurch bedingte gravierende Neben- und Wechselwirkungen. Sowohl für die Patienten als auch für die Pflegenden ist dies eine große Belastung und bedeutet einen erheblichen pflegerischen und medizinischen Mehraufwand.

Innovationsfondsprojekt im Februar 2018 gestartet

In Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen startete im Februar 2018 das Projekt „(OAV) Optimierte Arzneimittelversorgung für pflegebedürftige geriatrische Patienten“, das durch den Innovationsfonds des Bundes über drei Jahre mit 6,6 Millionen Euro gefördert wird. Ziel ist es, eine neue Versorgungsqualität in der Pflege zu etablieren, die diese gravierende Neben- und Wechselwirkungen nach dem Leitgedanken der Geriatrie „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“ messbar und erheblich senkt.

Das OAV-Projekt basiert auf erfolgreichen regionalen Vorläuferprojekten, in denen die Herangehensweise bereits wissenschaftlich untersucht worden ist. Nun geht es um den Machbarkeitstest für eine zukünftige Regelversorgung in der Fläche.

Projektpartner

Projektpartner sind neben dem Konsortialführer AOK Nordost die Gero PharmCare GmbH, die IKK Brandenburg und Berlin, die VIACTIV-Krankenkasse, die Universität Witten/Herdecke, die Technische Universität Berlin und die Apothekerkammer Nordrhein.

Neue Form der Zusammenarbeit

Kernstücke der „Optimierten Arzneimittelversorgung für pflegebedürftige geriatrische Patienten (OAV)“ sind eine neue Form der Zusammenarbeit und ein klinisch geprüftes, EDV-unterstütztes Risikomanagement, das in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen gemeinsam mit den versorgenden Apotheken und Ärzten etabliert wird. Eine deutlich verbesserte Risikokommunikation zwischen den Beteiligten ist ebenso wichtig wie die gemeinsame interdisziplinäre Qualifikation. Neu ist, dass die beteiligten Pflegefachkräfte, Apotheker und Ärzte vor Ort eine duale betriebliche Ausbildung mit Hochschulanteilen der praktischen Geriatrie durchlaufen.

Geplant ist das Modell für insgesamt 96 Pflegeheime und ambulante Pflegedienste mit insgesamt 4.800 Patienten. Die gesundheitsökonomische Auswertung wird durch die Technische Universität Berlin durchgeführt. Während der Laufzeit des Versorgungsmodells werden Qualitätsindikatoren durch die Universität Witten/Herdecke entwickelt, die später einer Regelversorgung zur Verfügung gestellt werden. 



AOK
GeroPharmCare
IKKBB
Viactiv
Universität Witten/Herdecke
TU Berlin
Apothekerkammer Nordrhein