Statistik

26 Apotheken schließen im ersten Halbjahr, 5 Neueröffnungen: Die Versorgungssicherheit hängt langfristig von den Patienten ab


Der Nacht- und Notdienst ist ein Alleinstellungsmerkmal der Apotheke vor Ort. - Foto: ABDA

Düsseldorf, 17.08.2021. Im ersten Halbjahr 2021 haben 26 öffentliche Apotheken im Kammerbezirk Nordrhein, zu dem die Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf gehören, geschlossen. Dem gegenüber stehen lediglich fünf Neueröffnungen, womit sich die Anzahl der öffentlichen Apotheken um 21 seit Jahresbeginn verringert hat. „Die Versorgung der Menschen mit Arzneimitteln ist trotzdem überall sichergestellt. Wir sind weit entfernt von Problemen bei der Sicherstel-lung dieses gesetzlichen Auftrags. Trotzdem ist die Tendenz besorgniserregend“, ordnet Kammerpräsident Dr. Armin Hoffmann die Lage ein und wirft damit einen kritischen Blick auf den Versand von Arzneimitteln aus dem Ausland.


Stärker als beim stationären Einzelhandel müssten sich die Menschen im Bereich der Gesundheit mit der Frage beschäftigen, was sie auf Dauer wollen: eine Apotheke vor Ort, die auch am Wochenende, nachts und an Feiertagen für sie da ist, die mit Botendienst „Same Day Delivery“ schon seit Jahrzehnten anbietet, mit Rezepturen (also individuell hergestellten Arzneimitteln) die beste Behand-lung ermöglicht und im persönlichen Gespräch für jeden da ist – oder die Anonymität des Internetversandhandels, ohne Beratung und Engagement vor Ort.


Seit Jahren zieht die Apothekerkammer regelmäßig gegen die teils unseriösen Machenschaften des ausländischen Versandhandels vor Gericht. „Wir sind überzeugt, dass Medikamente besser von Hand zu Hand abgegeben werden, als mit einem Paketdienst zusammen mit Büchern, Mode und Dokumenten durch die Hitze des Sommers transportiert zu werden. Arzneimittel sind besondere Wirtschaftsgüter mit einem hohen Beratungsbedarf, gegen deren Bagatelli-sierung wir uns wehren. Die Inhaberinnen und Inhaber öffentlicher Apotheken sind vor Ort aktiv, nah dran an den Menschen – und nicht kapitalmarkt-getriebene Konzerne, die nur auf mehr und immer mehr Geld aus sind“, erklärt Dr. Hoffmann. Eine „Geiz-ist-geil“-Mentalität, bei der es darum geht – selbst im so wichtigen Bereich der eigenen Gesundheit – ein paar Euro zu sparen, lehnt der Kammerchef ab. „Die wohnortnahe Versorgung mit Arzneimitteln ist auf Dauer nur sicherzustellen, wenn sich der Betrieb einer Apotheke auch rechnet. Jeder Mensch hat es selbst in der Hand, von wem er in Zukunft mit Arzneimitteln und gutem Rat versorgt werden will. Von einer Internetseite oder der Apothekerin oder dem Apotheker vor Ort, mit dem dazugehörigen Team.“ Insofern habe es bis zu einem gewissen Maße jeder Patient und jede Kundin selbst in der Hand, ob Apotheken schließen müssen oder nicht.


Die meisten Apothekenschließungen gab es im ersten Halbjahr 2021 in Düsseldorf (4), gefolgt von Essen, Krefeld und Neuss (jeweils 2). Jeweils eine Schließung gab es in Bergisch Gladbach, Blankenheim, Bonn, Düren, Geldern, Köln, Meerbusch-Büderich, Mettmann, Moers, Mönchengladbach, Monheim, Remscheid, Übach-Palenberg, Weeze, Wesseling und Wuppertal.


Geldern liegt mit zwei neu eröffneten Apotheken weit über dem Durchschnitt. Außerdem wurde jeweils eine Apotheke in Duisburg, Düsseldorf und Grevenbroich neu eröffnet.

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