1.000 Teilnehmer bei erster Online-Schulung: Apotheker bereiten sich auf ihren Einsatz in Corona-Impfzentren vor

Düsseldorf. Mit der Zulassung des ersten Corona-Impfstoffs in der Europäischen Union rückt auch der Einsatz tausender Apotheker in den 53 Impfzentren in Nordrhein-Westfalen immer näher. In einer gemeinsamen Online-Schulung der Apothekerkammern Westfalen-Lippe und Nordrhein haben sich gestern Abend über 1.000 Apothekerinnen und Apotheker über die so genannte Rekonstitution des Corona-Impfstoffs informiert. Damit übernehmen sie eine wichtige, kaum bekannte Aufgabe im Kampf gegen das Corona-Virus.

Gewissermaßen wecken sie das Vakzin aus dessen Winterschlaf: „Die neu entwickelten Präparate müssen bei -70 bis -80 Grad transportiert und gelagert werden“, berichtet Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, und ergänzt: „Bevor das Mittel einsatzbereit ist, muss es aufbereitet – wir sagen rekonstituiert – werden. Diese Aufgabe werden in NRW tausende Apotheker, Apothekerinnen und PTAs übernehmen.“ Beim Impfen gegen Corona arbeiten Apothekerinnen und Apotheker sowie Pharmazeutische-Technische Assistentinnen und Assistenten eng mit Ärzten, aber auch Behörden zusammen. Letztere sind für die räumliche Ausstattung der Impfzentren im Lande zuständig. „Die Koordination der eigentlichen Impfungen haben die Kassenärztlichen
Vereinigungen übernommen“, sagt Hoffmann, „und das ist auch gut so – denn mit dieser Impfung betreten wir Neuland und hier gehört die Impfung ohne Wenn und Aber in die Hände von Ärzten.“

Bei der Aufbereitung der Impfstoffe vom Hersteller muss das pharmazeutische Personal komplexe Vorgaben der Hersteller beachten. So dauert das Auftauen eines Präparates etwa 30 Minuten, vor der Zubereitung ist es im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad bis zu fünf Tage haltbar. Vor Verabreichung wird der Impfstoff mit isotoner Kochsalzlösung verdünnt. So rekonstituiert muss er innerhalb von sechs Stunden verabreicht werden.

In der Online-Schulung wurden Theorie und Praxis von Apotheker Michael Marxen vermittelt und viele Fragen rund um den Einsatz beantwortet. Dr. Stefan Derix und Dr. Andreas Walter, Geschäftsführer beider Kammern, informierten über die rechtlichen Rahmenbedingungen und organisatorische Fragestellungen.

Aller Voraussicht nach werden die Impfzentren von 8 bis 20 Uhr geöffnet haben. Dies bedeutet, dass das medizinische und pharmazeutische Personal in zwei Schichten arbeiten wird. „Beide Kammern haben bereits tausende Freiwillige akquiriert und bereiten derzeit die Einsatzpläne vor“, berichtet Dr. Stefan Derix. „Das Impfen so großer Gruppen in vergleichsweise kurzer Zeit stellt eine enorme Kraftanstrengung an das Gesundheitssystem dar. Die Apothekerinnen und Apotheker in Nordrhein-Westfalen werden sich dieser in genau der gleichen Verantwortung stellen, wie sie seit Beginn der Krise die lückenlose Versorgung der Menschen mit Arzneimitteln sicherstellen“, erklärten Präsident Dr. Hoffmann und seine Amtskollegin aus Westfalen-Lippe, Gabriele Regina Overwiening

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