AvP-Insolvenz: Kredite sichern Liquidität, staatliche Zahlungsgarantien sind jedoch notwendig


Düsseldorf, 12. Oktober 2020. Der erste Schritt ist getan: Offenbar ist nach der jüngsten Gesundheitsausschusssitzung der Weg für Liquidität durch Darlehen der Kreditanstalt für Wiederauf-bau (KfW) frei. „Dass Berlin die Forderung nach schnell verfügbaren Mitteln für die von der AvP-Insolvenz betroffenen Apothe-ken so rasch erfüllt, freut uns sehr. Zinslose KfW-Kredite waren und bleiben die Forderung der Apothekerkammer Nordrhein“, sagt deren Präsident Dr. Armin Hoffmann. Thomas Preis, Vorsitzender Apothekerverband Nordrhein, ergänzt: „Damit ist auch unser Appell in Richtung Politik angekommen, schnell einen wirksamen Beitrag zu leisten, um Schließungen der Apotheken zu verhindern und möglichen Versorgungslücken vor Ort sowie Arbeitsplatzverlusten effektiv entgegenzuwirken.“ Zugleich stellen Hoffmann und Preis klar: „Die Zeche dürfen am Ende aber auf keinen Fall die unverschuldet in Not geratenen Apotheke-rinnen und Apotheker zahlen. Wenn das Geld bei AvP weg ist, sind staatliche Zuschüsse, eben Staatshilfen unumgänglich.“

Verloren gegangenes Vertrauen von über 160.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den über 19.000 Apotheken in Deutschland muss dringend langfristig wiederhergestellt werden, damit dauerhaft die flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln auf hohem Niveau gesichert wird. „Denn die Verunsicherung ist riesengroß“, ergänzen Kammer-Vizepräsidentin Kathrin Luboldt und Doris Schönwald, stellvertretende Vorsitzende des Apothekerver-bandes Nordrhein. „Langfristig ist den Kolleginnen und Kollegen nur geholfen, wenn sie auf dem Schaden nicht sitzen bleiben. Schließlich erfüllen sie einen staatlichen Auftrag. Nicht wenige fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Sollte am Ende des Tages tatsächlich zu wenig Geld da sein, sind Staatshilfen aus unserer Sicht deshalb der einzig denkbare Weg.“

Die vier Standesvertreter fordern gemeinsam die Politik auf: „Der Staat darf in dieser Krise die Apotheken nicht im Stich lassen.“ Anders als bei Ärzten, wo die Kassenärztlichen Vereinigungen als Körperschaften des öffentlichen Rechts die Abrechnung mit den Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen, sind für diese Aufgaben bei den Apotheken Privatunternehmen zuständig. Apotheken müssen ihr Warenlager und die Belieferung der Verordnungen für Versicherte der Kran-kenkassen komplett selber vorfinanzieren. Gerade bei hochpreisigen Arznei-mitteln stehen dabei sehr hohe Summen auf dem Spiel – obwohl die Marge mit nur knapp über drei Prozent viel zu gering ist. Die Abrechnung mit den Kranken-kassen ist aber nur über Apothekenrechenzentren möglich, die alle privatwirt-schaftlich organisiert sind. Deshalb müssen Apotheken in Zukunft vor Zahlungs-schwierigkeiten von Rechenzentren durch eine staatliche gesicherte Zahlungs-garantie vollumfänglich geschützt werden, fordern die vier Standesvertreter aus Nordrhein.

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Die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) ist die Selbstverwaltung des Berufsstandes in Nordrhein. Sie vertritt die über 11.600 Apothekerinnen und Apotheker, die in öffentlichen Apotheken, Krankenhäusern, der Industrie und in Wissenschaft und Verwaltung in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf tätig sind.

Der Apothekerverband Nordrhein e.V. (AVNR) vertritt und fördert als Wirt-schaftsverband die berufspolitischen Interessen seiner 2.200 Mitgliedsapo-theken in Nordrhein. Sie gewährleisten die ordnungsgemäße Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Arznei- und Hilfsmitteln - kompetent und flächen-deckend 365 Tage im Jahr und rund um die Uhr. Täglich besuchen rund 500.000 Menschen öffentliche Apotheken in Nordrhein (d.h. in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln).

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