Apotheker ziehen Corona-Zwischenbilanz: Feste Säule in der Versorgung der Bevölkerung

Düsseldorf, 17.06.2020.

Die Versorgungssicherheit der Menschen mit Medikamenten und Hilfsmitteln war während der Corona-Pandemie im Bereich Nordrhein (Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln) zu jeder Zeit sichergestellt. „Die Apotheken vor Ort waren und sind eine feste Säule beim Kampf gegen Covid-19“, erklärt Kammerpräsident Dr. Armin Hoffmann bei einem Pressegespräch am Rande der jüngsten Kammerversammlung am heutigen Tage im Kölner Gürzenich.

Der Notdienst im Kammerbezirk war immer gewährleistet. „Für diesen essentiellen Bereich der Versorgung der Bevölkerung hatten wir einen Notfallplan in der Schublade – zum Glück haben wir ihn nicht gebraucht“, erklärt Vizepräsidentin Kathrin Luboldt.

Der verantwortungsvolle Umgang der Apothekerinnen und Apotheker mit der lebenswichtigen Ressource Arzneimittel und essentieller Schutzausrüstung, darunter Masken und Handschuhe, habe dazu geführt, dass Hamsterkäufe, wie sie häufiger im Lebensmitteleinzelhandel zu beobachten waren, bei Arznei- und Hilfsmitteln in Apotheken die absolute Ausnahme blieben. Auf diese Weise haben sich die schon vor Corona angespannten Lieferengpässe nicht noch weiter unnötig verschärft.

Einen wichtigen Beitrag zur Risikominimierung leistete auch der Botendienst der Apotheke vor Ort. Dessen Bedeutung für den Pandemieschutz hat auch der Gesetzgeber erkannt und eine Vergütung durch Kostenträger etabliert – doch in vielen Fällen leider zu spät. Denn bereits seit Beginn der Krise haben die Apothekerinnen und Apotheker die erhöhte Nachfrage gemeistert, mit einer um teils 50 Prozent höheren Nachfrage als in vergleichbaren Zeiträumen.

Insgesamt kam es bei den Apotheken vor Ort zu einer beträchtlichen Mehrbelastung in vielen Bereichen. In den Schutz von Patientinnen und Patienten, aber auch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wurde massiv investiert. „Hier waren wir Apotheker Vorreiter.“ Den zusätzlichen Aufwand für Infrastruktur – etwa durch die Anschaffung und Installation eines Spuckschutzes, laufende Sachkosten wie Desinfektionsmittel, Schutzmasken für Mitarbeiter – aber auch für zusätzliche Personalkosten (etwa durch Schichtbetrieb, Botendienst, mehr Kundenberatung) beziffert der Apothekerverband Nordrhein in der Krise bis Mai auf über 3,6 Mio. Euro.

Wegen Corona musste im Kammerbezirk Nordrhein keine einzige Apotheke schließen. Und doch verschwinden immer mehr von ihnen aus dem Stadtbild. Die Zahl öffentlicher Apotheken ist seit Ende 2015 um 170 gesunken – von 2.312 auf 2.142. Die genauen Zahlen für die Städte und Kreise in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln stellte die Apothekerkammer bei dem Pressegespräch ebenfalls im Detail vor.