Freier Heilberuf

Freier Heilberuf

In Deutschland darf der Betreiber einer Apotheke nur ein Apotheker oder eine Apothekerin sein. Dieses Prinzip gewährleistet die ordnungsgemäße Arzneimittelversorgung der Bevölkerung und stellt die unabhängige Beratung und Versorgung der Patienten sicher.

Fremdbesitzverbot

Das seit 1960 bundesrechtlich verankerte Fremdbesitzverbot betont die persönliche Verantwortung und Haftung des frei- und heilberuflich tätigen Apothekers. Es entkoppelt somit die Arzneimittelversorgung von ausschließlich an Gewinnmaximierung orientierten Vorgaben Dritter, wie z.B. Kapitalgesellschaften. 

Mehrbesitzverbot

Das eng mit dem Fremdbesitzverbot verbundene Mehrbesitzverbot hat ebenfalls bis heute Bestand; seit 2004 kann allerdings jeder Apotheker neben seiner Hauptapotheke bis zu drei Filialapotheken im näheren Umkreis betreiben.

Wirksames Instrument des Verbraucherschutzes

In seinem Urteil vom 19. Mai 2009 hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg bestätigt, dass das Fremdbesitzverbot in Deutschland ein zulässiges und wirksames Instrument des Verbraucherschutzes ist. Im Zusammenhang mit der vom Bundesverfassungsgericht im „Apotheken-Urteil“von 1958 festgeschriebenen Niederlassungsfreiheit herrscht in Deutschland ein liberaleres System als in vielen anderen EU-Mitgliedstaaten, wo die Zahl der Apotheken staatlich begrenzt wird.

Voraussetzungen für den Apothekenbetrieb

Für den Betrieb einer öffentlichen Apotheke müssen zahlreiche rechtliche Bedingungen erfüllt werden, die im Apothekengesetz (ApoG) und in der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) aufgeführt sind. Die hohen Anforderungen werden von vielen Apotheken im Sinne von Qualitätsmanagement, Patientenfreundlichkeit und Alltagstauglichkeit noch weit übertroffen.

Betriebserlaubnis

  • Approbierter Apotheker
  • Persönliche Leitung und persönliche Haftung
  • Eigene Verantwortung

Betriebsräume

  • Mindestens 110 Quadratmeter Grundfläche
  • Offizin, Labor, Lagerraum, Nachtdienstzimmer

Arzneimittel

  • Rezept- und apothekenpflichtige Arzneimittel als Güter besonderer Art
  • Fertigarzneimittel, Rezepturen und Betäubungsmittel
  • Vorrat für mindestens eine Woche Durchschnittsbedarf

Qualitätsmanagement

  • Pharmazeutisches Personal u.a. Apotheker, PTA und PKA
  • Verpflichtendes QM-System für Abläufe in der Apotheke
  • Leitlinien der Bundesapothekerkammer und Zertifizierung (Kammerzertifikat, 
  • TÜV etc.) als Orientierung

Dienstbereitschaft

  • Ordnungsgemäße Arzneimittelversorgung der Bevölkerung
  • Pflicht zu turnusmäßigem Nacht- und Notdienst
  • Hinweis auf nächstgelegene dienstbereite Apotheke an jeder Apotheke