ePrivacy and GPDR Cookie Consent by Cookie Consent

Praktische Ausbildung in der Apotheke

Das Praktische Jahr oder der dritte Ausbildungsabschnitt, wie er in der Approbationsordnung heißt, besteht in einer 12monatigen Ausbildung, von der mindestens sechs Monate in einer öffentlichen Apotheke absolviert werden müssen.

Für das zweite Ausbildungshalbjahr können Pharmazeuten im Praktikum in ihrer Praktikumsapotheke bleiben, in eine andere öffentliche Apotheke wechseln oder aber die Zeit nutzen, um einen weiteren pharmazeutischen Tätigkeitsbereich wie

  • eine Krankenhaus- oder Bundeswehrapotheke

  • die Pharmazeutische Industrie

  • eine wissenschaftliche Institution oder

  • eine Arzneimitteluntersuchungsstelle

kennen zu lernen. Wer vorhat, den zweiten Teil seines Praktischen Jahres in einem vergleichsweise "exotischen" Tätigkeitsfeld für Apotheker zu absovieren, sollte sich vorher beim zuständigen Landesprüfungsamt vergewissern, dass der favorisierte Ausbildungsort als Ausbildungsteil des praktischen Jahres anerkannt wird. Hierzu empfiehlt es sich, eine schriftliche Auskunft beim Landesprüfungsamt einzuholen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Praxisbegleitender Unterricht

Zum Praktischen Jahr gehört für alle Pharmazeuten im Praktikum außerdem ein vierwöchiger theoretischer Blockunterricht, der in Nordrhein in zwei Hälften aufgeteilt ist:

  • zwei Wochen im Februar/März an der HHU Düsseldorf

  • zwei Wochen im August/September im Pharmazeutischen Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Nähere Informationen zu den begleitenden Unterrichtsveranstaltungen der Apothekerkammer Nordrhein erhalten Sie hier.

Leitfaden der Bundesapothekerkammer für die pharmazeutische Ausbildung im Praktischen Jahr

Der "Leitfaden für die praktische Ausbildung von Pharmazeuten im Praktikum in der Apotheke" besteht aus

  • einem Musterausbildungsplan

  • 26 Arbeitsbögen und

  • Evaluationsbögen zu Musterausbildungsplan und Arbeitsbögen

Den aktuellen, vollständigen Leitfaden finden Sie hier.

Musterausbildungsplan

Der Musterausbildungsplan bietet eine Empfehlung zur zeitlichen und inhaltlichen Strukturierung der Ausbildung.

zum Musterausbildungsplan der Bundesapothekerkammer

Der Musterausbildungsplan ist eine Empfehlung für die zeitliche und inhaltliche Strukturierung der praktischen Ausbildung in der Apotheke. Er ist auf sechs Monate ausgelegt, kann aber auch auf zwölf Monate angewendet werden. Die Ausbildungsinhalte werden in die Themenbereiche

  • „Warenwirtschaft/Apothekenbetrieb“,

  • „Prüfung und Herstellung“ und

  • „Information und Beratung“

eingeteilt. Sie bauen aufeinander auf und sind kompetenzorientiert formuliert, d.h. es werden die zu erlangenden beruflichen Handlungskompetenzen beschrieben.

Im Musterausbildungsplan können die Ansprechpartner des PhiP für die unterschiedlichen Ausbildungsbereiche sowie die vermittelten Inhalte vermerkt werden. Je nach Ausbildungsstand werden die Arbeitsbögen genannt, deren Bearbeitung zum entsprechenden Zeitpunkt sinnvoll erscheint. Zudem kann das empfohlene monatliche Fachgespräch stichpunktartig festgehalten werden.

Arbeitsbögen

Ergänzt wird der Musterausbildungsplan durch die Arbeitsbögen, aufgrund derer sich der PhiP eigenständig mit insgesamt 27 verschiedenen praxisrelevanten Themen in der Apotheke vertiefend beschäftigen kann. Sie beruhen - soweit vorhanden - auf den Leitlinien, Arbeitshilfen und Leitfäden der Bundesapothekerkammer bzw. ABDA-Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Die Arbeitsbögen werden jährlich zum Stichtag 1. Juni aktualisiert und auf der ABDA-Homepage veröffentlicht.

Die Bearbeitung der einzelnen Themen soll während der Arbeitszeit des PhiP in der Apotheke ermöglicht werden. Empfehlungen über die zu bearbeitenden Arbeitsbögen werden nach Ausbildungsmonat im Musterausbildungsplan aufgeführt. Diese können jedoch an die Gegebenheiten in der Ausbildungsapotheke angepasst bzw. je nach den individuellen Kompetenzen des PhiP variiert werden.

Die Arbeitsbögen können auch mehrfach mit verschiedenen Beispielen ausgefüllt werden. Dabei müssen die einzelnen Fragestellungen in den Arbeitsbögen nicht immer vollständig bearbeitet werden. Neben der Aufführung von praktisch vorkommenden Beispielen, können die Bögen auch auf Grundlage von theoretisch denkbaren Fällen verwendet werden. Im Anschluss an die Bearbeitung sollte der ausbildende Apotheker die Arbeitsbögen zeitnah kontrollieren und anschließend mit dem PhiP auswerten. Die gebündelten Arbeitsbögen können in ihrer Gesamtheit zur Vorbereitung auf den Dritten Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung dienen. Beim Umgang mit den Arbeitsbögen ist der Datenschutz zu beachten - weiterführende Hinweise finden sich an entsprechender Stelle.

Themen und Inhalte der Arbeitsbögen

  1. Haltbarkeit, Lagerung und Entsorgung der Fertigarzneimittel, Medizinprodukte, apothekenüblichen Waren und Ausgangsstoffe

  2. Das Warenwirtschaftssystem

  3. Prüfung der Ausgangsstoffe

  4. Prüfung der Fertigarzneimittel und apothekenpflichtigen Medizinprodukte

  5. Herstellung von Rezepturarzneimitteln
    5.a Herstellungsanweisung

  6. Arzneimittelberatung - Selbstmedikation

  7. Qualitätsmanagementsystem - QMS

  8. Arzneimittelinformation

  9. Dokumentation bei Erwerb und Abgabe von Arzneimitteln

  10. Dokumentation des Betriebs von Medizinprodukten

  11. Arzneimittelberatung - ärztliche Verordnungen

  12. Körperpflegemittel

  13. Wundversorgung und Verbandmittel

  14. Inkontinenzversorgung

  15. Risiken bei Arzneimitteln und Medizinprodukten

  16. Arzneimittelabhängigkeit, -Missbrauch und Doping

  17. Abgabe von Chemikalien

  18. Arzneimittelberatung - Interaktionscheck

  19. Hilfsmittelversorgung und -beratung

  20. Das Rezept - rechtliche Grundlagen und Abrechnung

  21. Bestimmung physiologischer Parameter - Blutuntersuchungen

  22. Bestimmung physiologischer Parameter - Butdruckmessung

  23. Bestimmung physiologischer Parameter - Bestimmung der Körperfettverteilung

  24. Darreichungsformen - Auswahl und Beratung

  25. Impfberatung

  26. Medikationsanalyse

  27. Recherchen mit der ABDA-Datenbank
    27 a. Arzneimittelrisikoprüfung mit CAVE

Evaluationsbögen

Der Leitfaden ist ein Novum im Rahmen der Apothekerausbildung, insofern kommt der Evaluation eine besondere Bedeutung zu. Es gibt sowohl einen Evaluationsbogen für ausbildende Apotheker (Anlage 3.1) als auch einen Evaluationsbogen für PhiP (Anlage 3.2). Die Rückmeldungen werden an die zuständige Apothekerkammer erbeten und dienen dazu, den Leitfaden stetig zu verbessern.