Bessere Arzneimittelversorgung pflegebedürftiger Senioren

Innovationsfondsprojekt gestartet

Apotheken sind zentraler Teil einer interdisziplinären Versorgung auf einem neuen Qualitätsniveau.

Informationsbroschüre zum OAV-Projekt

Arzneimittel können ein langes Leben unterstützen, aber Arzneimittel können auch schwerwiegende Erkrankungen hervorbringen. Gefährdet sind insbesondere chronisch kranke, multimorbide Senioren. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen gehören zu den häufigsten und kostenintensivsten Erkrankungskomplexen im Alter. Sowohl für die Patienten als auch für die Pflegenden ist dies eine große Belastung und bedeutet einen erheblichen pflegerischen und medizinischen Mehraufwand.

Die Apothekerkammer Nordrhein hat daher bereits 2006 eine Weiterbildung Geriatrische Pharmazie ins Leben gerufen und neue, interdisziplinäre Versorgungsmodelle zur Reduktion arzneimittelassoziierter Schädigungen mitentwickelt und geschult.

„Es freut mich daher besonders“, so Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, „dass ein in Nordrhein entstandenes interdisziplinäres Versorgungskonzept für pflegebedürftige Patienten ein zentrales Element eines vom Innovationsfonds geförderten Versorgungsmodells ist. Apotheken sind damit Teil einer interdisziplinären heilberuflichen Versorgung auf einem neuen Qualitätsniveau.“

Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz sollen neue innovative Versorgungsformen gefördert werden. Die Bundesregierung hat zu diesem Zweck einen Innovationsfonds mit 225 Millionen Euro jährlichem Fördervolumen aufgelegt.

Ziel des OAV-Projektes (Optimierte Arzneimittelversorgung für pflegebedürftige geriatrische Patienten) ist die Verbesserung der Lebensqualität, Morbidität und der Alltagsfähigkeiten der Pflegebedürftigen durch messbare Reduktion arznei-mittelassoziierter Schädigungen (z.B. Stürze, Kognitionsstörungen, gastrointesti-nale Störungen) in stationären und ambulanten Einrichtungen. Das Versor-gungsmodell wird in vier Bundesländern umgesetzt. Es ist ein Machbarkeitstest für eine zukünftige Regelversorgung in der Fläche.

Das Projekt und damit auch die Leistungen der Apotheken werden durch den Innovationsfonds mit 6,67 Mio Euro Fördergeldern unterstützt. Die in-terdisziplinäre Herangehensweise zwischen Pflege, Apotheke und versorgenden Ärzten in einem Risikomanagementsystem unterscheidet sich grundlegend von anderen AMTS-Initiativen.

2016 wurde unter der Leitung vom Konsortialführer AOK Nordost beim Innovationsfonds ein Antrag gestellt. Die VIACTIV Krankenkasse, die IKK Brandenburg und Berlin, die Universität Witten-Herdecke, die Technische Universität Berlin, die GeroPharmCare GmbH und die Apothekerkammer Nordrhein sind als Partner beteiligt.

Kernstücke der „Optimierten Arzneimittelversorgung für pflegebedürftige geriatrische Patienten (OAV)“ sind eine neue Form der Zusammenarbeit und ein klinisch geprüftes, EDV-unterstütztes Risikomanagement, das in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen, den versorgenden Apotheken und Ärzten etabliert wird.

Eine deutlich verbesserte Risikokommunikation zwischen den Beteiligten ist ebenso wichtig wie die gemeinsame interdisziplinäre Qualifikation. Neu ist, dass die beteiligten Pflegefachkräfte, Apotheker und Ärzte vor Ort eine duale betriebliche Ausbildung mit Hochschulanteilen der praktischen Geriatrie durchlaufen.

Geplant ist das Modell für insgesamt 96 Pflegeheime und ambulante Pflege-dienste, die mit insgesamt 4.800 Patienten starten. Die gesundheitsökonomische Auswertung wird durch die Technische Universität Berlin durchgeführt. Während der Laufzeit des Versorgungsmodells werden Qualitätsindikatoren durch die Universität Witten/Herdecke bewertet, die später einer Regelversorgung zur Verfügung gestellt werden.

Im Februar ist die öffentliche Ausschreibung, die sich an stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulante Krankenpflegedienste richtet, gestartet. Apotheken sowie Haus- und Fachärzte werden von der Pflege über Verträge eingebunden.

Wenn Sie eine Teilnahme in Erwägung ziehen, empfehlen wir Ihnen, mit der OAV-Broschüre Kontakt zu dem von Ihnen versorgten Heim oder/und dem von Ihnen versorgten Krankenpflegedienst aufzunehmen.

Ansprechpartner für Vertragsfragen und Pflegeheime/-dienste:

Frau Anna Lena Dohmann
Referentin Vertragsmanagement
VIACTIV Krankenkasse
Universitätsstraße 43
44789 Bochum

Telefon 0234 479-2074
Telefax 0234 91533-237
Anna-Lena.Dohmann@viactiv.de

Ansprechpartner für Apotheken:

Herr Dr. Georg Keller
Telefon 0211-8388140
Telefax 0211 - 83 88 240
g.keller@aknr.de

Ansprechpartner für Ärzte/Ärztinnen:
Herr Dr. Frank-Christian Hanke
Gero PharmCare GmbH
Telefon 02203 - 895580
Telefax 02203 - 8955825
f.hanke@gero-pharmcare.de

Teilnehmen können Pflegeinrichtungen mit mindestens 20 bei der VIACTIV Krankenkasse in NRW versicherten Pflegebedürftigen. Das Projekt läuft über einen Zeitraum von 36 Monaten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage www.oav-geriatrie.de. Die Seite ist auch mit der EU-Ausschreibung verlinkt.

Informationen zu einem Vorläuferprojekt (AMRINO - Studie der Apothekerkammer Nordrhein zur Verbesserung der Arzneimittelversorgungsqualität in Altenheimen) finden Sie hier.

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Ansprechpartner

Dr. Georg Keller

Leiter des Geschäftsbereiches Weiterbildung/QMS

Tel.: 0211 83 88 - 140

Fax: 0211 83 88 - 240

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