"Schluss mit der Rosinenpickerei" - Apotheker in Nordrhein kämpfen für ihre Patienten gegen profitorientierte Konzerninteressen

Pressemeldung der Apothekerkammer Nordrhein

Die Apotheker in Nordrhein beobachten mit großer Sorge, dass ausländische Konzerne zunehmend in die Arzneimittelversorgung in Deutschland, zu der per Gesetz inhabergeführte Apotheken vor Ort verpflichtet sind, eindringen. Auf ihrer Kammerversammlung, dem „Apothekerparlament“, in Nordrhein, verabschiedeten sie daher einstimmig eine Resolution, mit der die Unabhängig-keit und Freiberuflichkeit der Apotheker im Interesse der Patienten gestärkt werden soll. Die Resolution steht ganz im Zeichen der gemeinsamen Aktivitäten der Heilberufskammern in NRW. Ziel ist die Sicherung der gesundheitlichen Versorgung der Patientinnen und Patienten in NRW durch die bewährten und zukunftsfähigen Strukturen der freien Heilberufe.

Düsseldorf, 14.06.2018

Lutz Engelen, Präsident der Apotheker-kammer Nordrhein (Quelle: Apothekerkammer Nordrhein/AKNR)

Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein stellte unmissverständ-lich klar: „Die rein profitorientierten ausländischen Konzerne picken sich nur die attraktiven Rosinen aus dem deutschen Gesundheitssystem. An wichtigen und kostenintensiven Gemeinwohlaufgaben in der Arzneimittelversorgung, wie z. B. dem Nacht- und Notdienst, beteiligen sie sich nicht.“

So berge der Einstieg von Fremdkapitalgebern in die Arzneimittelversorgung die Gefahr, „dass die Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten gegenüber den Renditeinteressen von Konzernen in den Hintergrund treten. Konzerne betreiben „Rosinenpickerei“ und locken die Patientinnen und Patienten mit Boni, ohne sich an den vielfältigen Gemeinwohlpflichten zu beteiligen, und sind anders als die inhabergeführten Apotheken vor Ort nicht zur Gewährleistung einer ordnungs-gemäßen flächendeckenden Arzneimittelversorgung verpflichtet“, heißt es im Resolutionstext.

Die Kammerversammlung der Apotheker in Nordrhein fordert die politischen Entscheidungsträger auf, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten und im Interesse der Patientinnen und Patienten den freiberuflichen Charakter der ambulanten Arzneimittelversorgung zu erhalten. Der Gesetzgeber müsse die Rahmen-bedingungen für eine langfristig gesicherte flächendeckende Arzneimittel-versorgung stellen. Nur so könnten junge Menschen nach Abschluss ihres Pharmaziestudiums den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Gerade auch in strukturschwachen Regionen.

„Apothekerinnen und Apotheker brauchen zuverlässige Rahmenbedingungen, damit sie in heilberuflicher Selbstverwaltung die Arzneimittelversorgung für Patientinnen und Patienten der Entwicklung der Gesellschaft anpassen können“, betont Präsident Engelen.

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