Botendienst

Honorierungsregelung Botendienst (befristet bis 30.09.2020)

  • Durch die „SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung“ kann der Botendienst erstmals – befristet bis zum 30. September 2020 – honoriert werden.

  • Apotheken erhalten je Lieferort (also pro Haushalt/Wohnung) und Liefertag 5 Euro plus Mehrwertsteuer, wenn Sie auf Rezepten für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
    - die Sonder-Pharmazentralnummer (PZN) „06461110“ ins Feld
      „Arzneimittel-/Hilfsmittel-Nr.“,
    - die „1“ ins Feld „Faktor“ sowie
    - den Betrag „5,95“ ins Feld „Taxe“ eintragen.

  • Auch mit der Privaten Krankenversicherung (PKV) können Sie diesen Betrag abrechnen, indem Sie ihn auf den Rezepten vermerken. z.B. als „Sonderentgelt Botendienst Pandemie“. Aber auch eine andere Kennzeichnung ist offenbar möglich. Laut PKV-Verband gibt es diesbezüglich keine Vorgaben seitens der PKV.


Kunden müssen im Vorfeld über Lieferkosten informiert werden

Die ABDA weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Unternehmer Lieferkosten nur dann von Kunden verlangen dürfen, wenn sie diese vorher ordnungsgemäß darüber informiert haben. Dies umfasst auch die in der Arzneimittelversorgungsverordnung verankerte Zusatzgebühr für den Botendienst.

Das ist in § 312a Abs. 2 Satz 2 BGB für Verbraucherverträge und in § 312e BGB für Fernabsatzverträge geregelt.

Formulierungsvorschlag für Privatversicherte
„Liebe Privatversicherte,
Aufgrund der gesetzlichen Informationspflichten weisen wir Sie darauf hin, dass die gemäß der Arzneimittelversorgungsverordnung verankerte Zusatzgebühr in Höhe von 5 Euro zzgl. MwSt auch bei Ihrer Lieferung anfällt.

Ihr/e Apotheker/in."

 

  • Sofern Sie also bei potenziellen Beschwerden keine Ansprüche verlieren wollen, sollten Sie Ihren Informationspflichten nachkommen – und können dabei natürlich auf die neue Verordnung verweisen.


PZ-Beitrag zu zivilrechtlichen Vorschriften beim Botendienst
Im Februar ist in der Pharmazeutischen Zeitung eine wichtiger Beitrag über die zivilrechtlichen Vorschriften bezüglich des Botendienstes veröffentlicht worden: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/zivilrechtliche-auswirkungen-kein-versand-aber-fernabsatz-115514/seite/alle/.

Angesichts der aktuellen Änderungen erhöht sich die praktische Bedeutung dieser Vorschriften bei der Versorgung privatversicherter Patienten.

Abrechnungsmodalitäten einmalige Pauschale
Über die Abrechnungsmodalitäten der einmaligen Pauschale von 250 Euro müssen sich der Deutsche Apothekerverband (DAV) und der GKV-Spitzenverband noch einigen.

 

Ansprechpartner

Dr. Bettina Mecking

Justiziarin und stellvertretende Geschäftsführerin

Tel.: 0211 83 88 - 123

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Dorothea Scherbarth LL.M.

Rechtsanwältin

Tel.: 0211 83 88 123

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