Kammerversammlung fasst wegweisende Beschlüsse: Digitale Gremiensitzungen bei Bedarf, Zyto-Zertifikate, Reform der Beitragsordnung und Haushalt 2021 erfolgreich verabschiedet

Kammerversammlung fasst wegweisende Beschlüsse: Digitale Gremiensitzungen bei Bedarf, Zyto-Zertifikate, Reform der Beitragsordnung und Haushalt 2021 erfolgreich verabschiedet

Kategorien: Pressemeldungen

Düsseldorf / Neuss. In einer Zeit voller großer Herausforderungen stellten die Delegierten bei der vierten Sitzung der XVII. Kammerversammlung der Apotheker-kammer Nordrhein die Weichen für mehr Flexibilität bei den Gremiensitzungen und für die Qualität der Arzneimittelversorgung. So beschlossen die 84 Teilnehmer im 1.400 m² großen Saal eines Tagungshotels in Neuss unter anderem, dass künftig auch Online-Sitzungen der Kammerversammlung mit Beschlüssen im Umlaufverfahren ausnahmsweise möglich sind. „Damit bleiben wir auch während einer Pandemie voll handlungsfähig und versichern zugleich, dass Webmeetings nur bei Bedarf genutzt werden. Denn den persönlichen Austausch bei einer Präsenzveranstaltung wird wohl kaum ein Online-Meeting je ersetzen können“, sagte Präsident Dr. Armin Hoffmann.


Anschließend wurden Erleichterungen für Apotheken verabschiedet, die Medika-mente zur Behandlung von Krebs herstellen. Diese können künftig ein Zytostatika-Zertifikat der Kammer erhalten, das den Warenfluss von Chemotherapie-Wirkstoffen innerhalb der Apotheke dokumentiert. Der Selbstkontroll-Mechanismus durch ein zertifiziertes Prüfverfahren der Kammer wird so intensiviert. Dies führt wiederum zur Entlastung der Apotheken, die diese wichtige gesellschaftliche Funktion und Versor-gung durchführen.


Die Delegierten verabschiedeten außerdem eine neue Beitragsordnung. Ab 2021 wird ein Freibetrag (200.000 Euro Nettoumsatz des Vorvorjahres) die bisherige Beitrags-bemessungsgrenze ersetzen. Trotz des neuen Beitrags – 0,107 statt 0,099 Prozent für Inhaber von Apotheken – kommt es damit zu einer Entlastung von zwei Dritteln der selbständigen Apothekerinnen und Apotheker. Der persönliche Regelbeitrag beträgt künftig 14 Euro monatlich, statt 8 Euro bisher. Er gilt für alle berufstätigen Apotheke-rinnen und Apotheker – egal ob Vollzeit, Teilzeit, in der Apotheke vor Ort, im Kranken-haus oder in allen anderen Tätigkeitsfeldern. Nicht berufstätige Kammerangehörige zahlen künftig 6 Euro Monatsbeitrag, statt bisher 3 Euro. Apothekerinnen und Apotheker in Elternzeit sowie Pharmazeuten im Praktikum sind auch weiterhin von der Beitragszahlung befreit. In Härtefällen kann der Vorstand auf Antrag Stundung, Reduzierung oder Aussetzung beschließen.

„36 Jahre gab es keine so umfassende Änderung der Beitragsordnung. Wir wollten einerseits den Kaufkraftverlust kompensieren (Angestelltenbeiträge), andererseits die Lasten bei den Inhabern von Apotheken gerechter verteilen“, so Dr. Armin Hoffmann. „Das neue Regelwerk ist ein großer Schritt hin zu mehr Beitragsgerechtigkeit und sichert die Stabilität der Kammer”, ergänzte Dr. Michael Bonmann, der als Vorsitzen-der des Haushalts- und Finanzausschusses eine Arbeitsgruppe zur neuen Beitrags-ordnung geleitet hatte. „Nach umfassender Diskussion sind wir zu der Auffassung gelangt, dass diese neue Beitragsordnung dem Ideal der Fairness am nähesten kommt”, so Dr. Holger Goetzendorff, der an der Beitragsreform ebenfalls maßgeblich mitgearbeitet hat.

Weiterhin wurde der Haushalt für das Jahr 2021 genehmigt, der viele Posten enthält, die Qualität und die Sicherheit der Arzneimittelversorgung sicherzustellen und für die Zukunft weiter auszubauen, u.a. für Rechtsmittel gegen Wettbewerber, die sich nicht an die bestehenden Gesetze im deutschen Arzneimittelbereich gebunden fühlen.

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