Arzneimittelversorgung trotz Krise zu jeder Zeit sichergestellt – Apothekenzahl sinkt leicht in 2020

Arzneimittelversorgung trotz Krise zu jeder Zeit sichergestellt – Apothekenzahl sinkt leicht in 2020

Kategorien: Pressemeldungen

Düsseldorf. Die Versorgung der Menschen mit Arzneimitteln war im vergangenen Jahr trotz der Corona-Pandemie zu jeder Zeit sichergestellt. Dieses Fazit zieht die Apothekerkammer Nordrhein im Rückblick auf 2020 für ihren Kammerbezirk. „Gerade in der Krise zeigt die Apotheke vor Ort ihre Stärke“, sagt Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein. „Wir haben uns sehr schnell den Herausforderungen angepasst, Desinfektionsmittel selbst hergestellt, als diese knapp waren, und auch jetzt bei der Verteilung von FFP2-Masken stellt das dezentrale System der Apotheken seine Leistungsfähigkeit mehr als gut unter Beweis.“

Auch im Alltag zeigt die Apotheke vor Ort ihre Bedeutung für die Gesundheit: Beim Nacht- und Notdienst zum Beispiel. Rund um die Uhr erhalten Bürgerinnen und Bürger Arzneimittel gegen kleine Wehwehchen und ernste Erkrankungen. Die Herstellung individueller Arzneimittel – etwa mit verringerter Dosis für Kleinkinder oder Babys – und der unkomplizierte Botendienst am gleichen Tag sind weitere Stärken der Apotheke vor Ort.

„Die Einführung des E-Rezepts in 2021 beobachten wir mit einiger Spannung“, erklären Dr. Armin Hoffmann und Kathrin Luboldt, Vizepräsidentin der Apothekerkammer Nordrhein. Beide sehen das Risiko, dass das zuverlässige System der Vor-Ort-Apotheke zur Disposition gestellt wird. „Der Online-Versandhandel, vor allem aus dem europäischen Ausland, gefährdet das engmaschige Netz der Apotheken vor Ort. Doch nur mit ihnen ist eine wohnortnahe Versorgung der Menschen sicher-gestellt.“ Verwaiste Innenstädte, Leerstand und Tristesse; das sind die unschönen Seiten der Digitalisierung. „Es gilt, solche Negativ-Effekte fürs Gesundheitswesen und eben auch für die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Apotheken vor Ort zu vermeiden.“

Die Versorgung der Patientinnen und Patienten mit Arzneimitteln ist Kernaufgabe vor Ort.  In den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf (Kammerbezirk Nordrhein) ist die Zahl öffentlicher Apotheken zwischen dem 1. Januar und 31. Dezember 2020 um 26 gesunken. Zum Jahreswechsel gab es 2.125 öffentliche Apotheken, Schließungen gab es vor allem in Düsseldorf (6), Essen (4) sowie Duisburg und Neuss (je 3). Insgesamt haben 42 Apotheken geschlossen, während es im vergangenen Jahr auch 16 Neueröffnungen gab. Die meisten Apotheken pro 100 Einwohnern gibt es übrigens wie seit vielen Jahren in Bonn mit 3.378 Einwohnern pro Apotheke; die wenigsten in Remscheid (5.846 Einwohner pro Apotheke).

Auch 2021 sind Berufsbild und Aufgaben der Apothekerinnen und Apotheker weiter attraktiv. „In kaum einem akademischen Beruf ist die Quote der Frauen so groß, und Apothekerinnen und Apotheker gehören zu den am breitesten ausgebildeten Naturwissenschaftlern überhaupt. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlichster Tätigkeitsfelder für die Berufsausübung, die sich kaum überbieten lässt und die jedem ein Höchstmaß an Individualität erlaubt.“ Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA will die Rahmenbedingungen weiter verbessern und führt derzeit eine Befragung unter Studierenden durch. Ziel soll u.a. sein, dass mehr Pharmazeutinnen und Pharmazeuten in Erwägung ziehen, eine eigene Apotheke zu eröffnen oder zu übernehmen.

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