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Die unterschätzte Gefahr

Apotheker in Nordrhein starten Aufklärungskampagne zum Thema „Chlamydien“

Eine aggressive Darstellung einer Chlamydie mit dem deutlichen Warnhinweis „Ich mache Dich unfruchtbar“ sind das Leitmotiv der neuen Aufklärungskampagne der Apothekerkammer Nordrhein. „Jugendliche und junge Erwachsene sollen besser über Auslöser und Risiken einer Chlamydieninfektion und vor allem über mögliche Schutzmaßnahmen informiert werden“, erklärt Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein. Viele Apotheken in Nordrhein halten dazu spezielles Informationsmaterial bereit.

Infektionen mit Chlamydien gehören weltweit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Es handelt sich um eine bakterielle Infektion. Betroffen sind insbesondere sexuell aktive Jugendliche und junge Erwachsene. Die Infektionen verlaufen bei Frauen in etwa achtzig Prozent und bei Männern in etwa fünfzig Prozent der Fälle ohne Beschwerden und werden daher meist übersehen.

Unerkannte oder unzureichend behandelte genitale Chlamydien-Infektionen können zu schweren Folgeerkrankungen führen.

Bei Frauen sind Beckenentzündungen, Eileiterentzündungen, chronische Bauchbeschwerden und Unfruchtbarkeit die möglichen Folgen. Bei Männern können die Bakterien eine Entzündung der Harnröhre und der Nebenhoden auslösen. Zeugungsunfähigkeit kann die Folge sein.

Einen vollständigen Schutz vor einer Chlamydien-Infektion gibt es nicht. Die Verwendung von Kondomen kann das Risiko einer Ansteckung deutlich verringern.

Zu allen Fragen rund um das Thema Chlamydien oder andere sexuell übertragbare Infektionen informieren die Apotheker in Nordrhein in persönlichen und diskreten Beratungsgesprächen. Alle wichtigen Fragen werden beantwortet. So z. B.: Wie schütze ich mich richtig? Kann ich mich infiziert haben? Ist ein Arztbesuch erforderlich? „Sollte ein Arzt bereits eine Chlamydien-Infektion festgestellt haben, wird bei Einlösen des Rezeptes in der Apotheke vor Ort umfassend und persönlich über die korrekte Einnahme von Antibiotika und die Vermeidung von möglichen Wechselwirkungen mit anderen Arznei- und Lebensmitteln informiert“, erklärt Lutz Engelen.

 

Schluss mit der Rosinenpickerei

Apotheker in Nordrhein kämpfen für ihre Patienten gegen profitorientierte Konzerninteressen

Die Apotheker in Nordrhein beobachten mit großer Sorge, dass ausländische Konzerne zunehmend in die Arzneimittelversorgung in Deutschland, zu der per Gesetz inhabergeführte Apotheken vor Ort verpflichtet sind, eindringen. Auf ihrer Kammerversammlung, dem „Apothekerparlament“, in Nordrhein, verabschiedeten sie daher einstimmig eine Resolution, mit der die Unabhängigkeit und Freiberuflichkeit der Apotheker im Interesse der Patienten gestärkt werden soll. Die Resolution steht ganz im Zeichen der gemeinsamen Aktivitäten der Heilberufskammern in NRW. Ziel ist die Sicherung der gesundheitlichen Versorgung der Patientinnen und Patienten in NRW durch die bewährten und zukunftsfähigen Strukturen der freien Heilberufe.

Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein stellte unmissverständlich klar: „Die rein profitorientierten ausländischen Konzerne picken sich nur die attraktiven Rosinen aus dem deutschen Gesundheitssystem. An wichtigen und kostenintensiven Gemeinwohlaufgaben in der Arzneimittelversorgung, wie z. B. dem Nacht- und Notdienst, beteiligen sie sich nicht.“

So berge der Einstieg von Fremdkapitalgebern in die Arzneimittelversorgung die Gefahr, „dass die Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten gegenüber den Renditeinteressen von Konzernen in den Hintergrund treten. Konzerne betreiben „Rosinenpickerei“und locken die Patientinnen und Patienten mit Boni, ohne sich an den vielfältigen Gemeinwohlpflichten zu beteiligen, und sind anders als die inhabergeführten Apotheken vor Ort nicht zur Gewährleistung einer ordnungs-gemäßen flächendeckenden Arzneimittelversorgung verpflichtet“, heißt es im Resolutionstext.

Die Kammerversammlung der Apotheker in Nordrhein fordert die politischen Entscheidungsträger auf, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten und im Interesse der Patientinnen und Patienten den freiberuflichen Charakter der ambulanten Arzneimittelversorgung zu erhalten. Der Gesetzgeber müsse die Rahmen-bedingungen für eine langfristig gesicherte flächendeckende Arzneimittel-versorgung stellen. Nur so könnten junge Menschen nach Abschluss ihres Pharmaziestudiums den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Gerade auch in strukturschwachen Regionen.

„Apothekerinnen und Apotheker brauchen zuverlässige Rahmenbedingungen, damit sie in heilberuflicher Selbstverwaltung die Arzneimittelversorgung für Patientinnen und Patienten der Entwicklung der Gesellschaft.