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Home » Weiterbildung » Zusatzbezeichnungen der Weiterbildung » Geriatrische Pharmazie

Geriatrische Pharmazie

Risikopotentiale in der Arzneimittelversorgung älterer, multimorbider und zumeist pflegebedürftiger Patienten analysieren und Empfehlungen für eine Modifikation des Medikationsprozesses erarbeiten

Im Mittelpunkt der Weiterbildung Geriatrische Pharmazie stehen Erkenntnisse und Methoden, die den Apotheker befähigen, ein umfassendes Medikationsmanagement in der Versorgung geriatrischer Patienten aufzunehmen.

Nationale und internationale Studien belegen, dass bei multimorbiden Patienten arzneimittelbezogene Probleme überproportional häufig auftreten und erhebliche Folgekosten im Gesundheitswesen verursachen. Durch ein nachhaltiges Medikationsmanagement können die Versorgung der Patienten verbessert und Folgekosten im Gesundheitswesen eingespart werden. Die Geriatrische Pharmazie zielt darauf ab, Apothekerinnen und Apotheker auf eine interdisziplinäre Tätigkeit mit Medizinern, Pflegepersonal, Angehörigen und Patienten vorzubereiten. Qualitätsverbesserungen werden durch Maßnahmen erreicht, die sich auf das Lebensumfeld sowie auf die individuelle Situation des Patienten beziehen.

Im Fokus steht zunächst die Betreuung in Pflegeheimen, darüber hinaus aber auch im häuslichen Umfeld. Hier sollen Risikopotentiale in der Arzneimittelversorgung identifiziert und Empfehlungen für eine Modifikation des Medikationsprozesses erarbeitet werden. Andere Maßnahmen beziehen sich auf bereits eingetretene klinisch relevante Nebenwirkungen und Medikationsfehler.

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

Voraussetzung zum Erwerb der Zusatzbezeichnung Geriatrische Pharmazie ist eine zweijährige ganztägige Berufstätigkeit  oder eine entsprechend verllängerte Teilzeitbeschäftigung in einer geeigneten Einrichtung (z.B. eine Apotheke mit Heimbelieferung, eine krankenhausversorgende Apotheke oder eine Krankenhausapotheke), der Besuch der vorgeschriebenen Seminare sowie folgende Nachweise:

1. Nachweis über eine durchgeführte Schulung von pflegerischem Fachpersonal

(Bestätigungsschreiben der Einrichtung und Folien als Printversion).

2. Nachweis über ein dreitägiges Praktikum inkl. eines Nachtdienstes in einem

Pflegeheim oder bei einem ambulanten Krankenpflegedienst.

3. Projektarbeit:

3a) Nachweis über eine Stationsbegehung zur Detektion von

      einrichtungsbezogenen Problemen in der Arzneimittelversorgung,

3b) Nachweis von zwei pharmakologischen Beurteilungen über

arzneimittelbezogene Probleme (Medikationsfehler) der Senioren.


Inhalte der Weiterbildung

Erweiterung und Vertiefung der Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten, insbesondere in:

der Prävention von Arzneimittelrisiken durch Beobachtung, Weiterleitung und

     strukturierter Beratung über arzneimittelbezogene Probleme,

- der medizinisch-pharmazeutischen, sozialen und ökonomischen Bedeutung

   akuter und chronischer Erkrankungen im Alter,

- der patientenorientierten Versorgung,

-  der Zusammenarbeit mit Ärzten, Pflegepersonal, Angehörigen und Seniorennetz- werken,

- der Palliativmedizin,

- der klinisch-pharmazeutischen Praxis,

- der Erstellung, Sammlung, Verwaltung und Bewertung von Arzneimittelinformationen,

-  der Planung und Durchführung von Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für Pflege-

    personal, pflegende Angehörige und Patienten.

Die Kosten für eine Seminarstunde betragen Euro 14,50. Die Spezialisierung schließt mit einer Prüfung vor einer Prüfungskommission der Apothekerkammer Nordrhein ab. Die Prüfungsgebühr beträgt Euro 125,00.

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