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Home » Aus- und Fortbildung » Berufe in der Apotheke » Das Berufsbild des Apothekers

Das Berufsbild des Apothekers

Der Beruf des Apothekers wird in der Öffentlichkeit vornehmlich mit dem in der Apotheke tätigen Apotheker verbunden. Aufgrund seiner naturwissenschaftlichen Ausbildung kann der Apotheker jedoch in vielen anderen interessanten Tätigkeitsfeldern Verantwortung übernehmen.

Ausbildung

Die Rechtsgrundlage für die Ausbildung zum Apotheker ist die Approbationsordnung für Apotheker vom 19. Juli 1989, die am 01. Oktober 2001 in geänderter Fassung in Kraft trat und zuletzt durch Art. 5 d. Gesetzes v. 27. April 2002 geändert wurde.

Voraussetzungen
Um Pharmazie studieren zu können, muss man eine Hochschulzugangsberechtigung nachweisen. In der Regel wird diese mit dem Abitur erworben. Aber auch Nicht-Abiturienten können unter gewissen Voraussetzungen das Studium aufnehmen. Voraussetzung dafür sind dann einige Jahre Berufserfahrung, z. B. als pharmazeutisch-technische Assistentin, und die Erfüllung weiterer Anforderungen, z. B. das Bestehen eines Eignungstests vor einer Kommission von Hochschullehrern und/oder der Nachweis von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Für diesen Weg gibt es allerdings keine bundeseinheitliche Regelung, so dass man sich rechtzeitig bei der jeweiligen Hochschule oder Universität nach dieser Möglichkeit erkundigen muss.

Wer Pharmazie studieren möchte, sollte auch eine gute gesundheitliche Verfassung haben, die insbesondere für die Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln von Bedeutung ist, sowie Kommunikationsfähigkeit und Einfühlungsvermögen im Umgang mit Kunden und Patienten. Interesse an naturwissenschaftlichen Fragestellungen sollte selbstverständlich sein.

Die Studienplätze für den Studiengang Pharmazie werden über die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) in Dortmund vergeben. Derzeit kann man an 22 Universitäten in Deutschland Pharmazie studieren.

Dauer und Gliederung
Die pharmazeutische Ausbildung umfasst:
Inhalte
Während der universitären Ausbildung besuchen die Studenten theoretische Lehrveranstaltungen in Form von Vorlesungen und Seminaren sowie Praktika.
Im ersten Studienabschnitt, der Semester umfasst, werden hauptsächlich die Grundlagen in allgemeiner, anorganischer und organischer Chemie, Analytik, Biologie, Botanik und Arzneiformenlehre gelehrt. In den Seminaren lernt man die Nomenklatur chemischer Substanzen, Stereochemie sowie die pharmazeutische und medizinische Terminologie kennen. Begleitet werden die theoretischen Lehrveranstaltungen von zahlreichen Praktika.

Das sogenannte Grundstudium endet mit dem 1. Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung. Im Multiple-Choice-Verfahren wird in folgenden Fächern geprüft:
Famulatur
Während des ersten Studienabschnittes muss in der vorlesungsfreien Zeit eine achtwöchige Famulatur abgeleistet werden. Dabei handelt es sich um eine Art Betriebspraktikum, in dem der Student Einblicke in die Organisation des Apothekenablaufs erhält und lernt, das im Studium erworbene Wissen in der Praxis umzusetzen. Vier Wochen der Famulatur müssen in einer öffentlichen Apotheke, die verbleibende Zeit kann wahlweise auch in einem anderen pharmazeutischen Tätigkeitsfeld, z. B. in der Krankenhausapotheke oder der pharmazeutischen Industrie, abgeleistet werden.

Der zweite Ausbildungsabschnitt, das sogenannte Hauptstudium, befasst sich intensiv mit speziell pharmazeutisch ausgerichteten Inhalten. Die chemischen Fächer beschäftigen sich mit der Struktur, Synthese und Analytik von Arzneistoffen, Aspekten der Gen- und Biotechnologie sowie der Untersuchung von Körperflüssigkeiten. Wesentlicher Inhalt der pharmazeutischen Biologie sind die Arzneipflanzen sowie die Gewinnung und Bestimmung ihrer Inhaltsstoffe, aber auch die Vermittlung molekularbiologischer Arbeitstechniken. Einen wichtigen Schwerpunkt stellen die pharmakologisch-medizinischen Fächer dar. Hier erfahren die Studenten, wie Arzneimittel im Organismus wirken und warum welche Nebenwirkungen auftreten können. Grundlage dafür bilden Kenntnisse über die Anatomie des menschlichen Körpers sowie über mögliche wichtige Erkrankungen. In enger Beziehung dazu steht das Fach Klinische Pharmazie, das sich insbesondere mit der Krankeitslehre, Interpretation von Labordaten und Pharmakotherapie spezieller Patientengruppen, wie z. B. Kindern, Schwangeren und älteren Patienten, sowie der Beurteilung von klinischen Studien befasst.

Das Hauptstudium schließt mit dem 2. Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung ab. Folgende Fächer werden mündlich geprüft:
Der 3. Ausbildungsabschnitt umfasst eine 12-monatige praktische Ausbildung, in der die im universitären Studium erworbenen Kenntnisse vertieft, erweitert und praktisch angewendet werden sollen. Zur Ausbildung gehören vor allem die Herstellung, Prüfung, Beurteilung und Abgabe von Arzneimitteln, die Information und Beratung über Arzneimittel sowie das Kennenlernen und die Beachtung apothekenspezifischer Gesetze und Verordnungen. Mindestens 6 Monate müssen in einer öffentlichen Apotheke abgeleistet, die verbleibende Zeit kann auch in einer Krankenhaus- oder Bundeswehrapotheke, der pharmazeutischen Industrie, einer wissenschaftlichen Institution, z. B. Universität, oder einer Arzneimitteluntersuchungsstelle absolviert werden.
Ergänzt wird das praktische Jahr durch einen vier- bis sechswöchigen begleitenden Unterricht, in dem praxisbezogene Themen, wie Pharmazeutische Betreuung, Krankenpflegeartikel, diätetische Lebensmittel, Gesundheitsvorsorge, pharmazeutische Gesetzeskunde und Grundlagen der Betriebwirtschaftslehre vermittelt werden.

Auch der 3. Abschnitt endet mit einer staatlichen Prüfung, in der die beiden Fächer:
geprüft werden.

Approbation
Nach erfolgreichem Bestehen der gesamten Pharmazeutischen Prüfung kann man einen Antrag auf Erteilung der Approbation als Apotheker stellen. Die Approbation berechtigt den Apotheker zum Führen seiner Berufsbezeichnung und erlaubt ihm den Apothekerberuf uneingeschränkt auszuüben.

Tätigkeitsbereiche

Auf Grund seiner breiten naturwissenschaftlichen Ausbildung stehen dem Apotheker eine Vielzahl verschiedener Tätigkeitsbereiche offen. Eine Promotion ist häufig von Vorteil, wenn er außerhalb der öffentlichen Apotheke arbeiten möchte.

Fortbildung / Weiterbildung

Die rasante Entwicklung auf dem Gebiet der Pharmazie erfordert vom Apotheker eine stete Aktualisierung und Auffrischung seiner Kenntnisse und Fertigkeiten. Zudem ist die grundsätzliche Verpflichtung der Apotheker zur beruflichen Fortbildung in den Berufsordnungen verankert. Dem Apotheker stehen vielfältige Fortbildungsmöglichkeiten offen. Neben der kontinuierlichen Fortbildung über Fachzeitschriften, z. B. der Pharmazeutische Zeitung oder der Deutschen Apothekerzeitung, Datenbanken, z. B. der ABDA-Datenbank, und das Internet werden u. a. auch seitens der Apothekerkammern der Länder und der Bundesapothekerkammer zahlreiche Veranstaltungen angeboten.
Die Bundesapothekerkammer veranstaltet jährlich zwei mehrtägige Fortbildungskongresse in Davos/Schweiz und Meran/Italien, die sich thematisch mit Fragestellungen aus den verschiedenen pharmazeutischen Disziplinen befassen.

Promotion

Außerhalb der öffentlichen Apotheken, insbesondere in der pharmazeutischen Industrie, bei Prüfinstitutionen und in der Verwaltung, ist eine Promotion von Vorteil. Für die universitäre Laufbahn ist sie unerlässlich.
Bei der Anfertigung einer Dissertationsarbeit erlernt der Doktorand in besonderem Maße selbständiges und strukturiertes Arbeiten, den Umgang mit wissenschaftlicher Literatur und Datenbanken sowie das Verfassen wissenschaftlicher Publikationen. Die Auswahl eines Fachgebietes für die Promotion in Hinblick auf den späteren Tätigkeitsbereich ist sinnvoll, aber nicht unbedingt notwendig. Wer beispielsweise in der pharmazeutischen Technologie promoviert wurde, hat später gute Chancen einen Arbeitsplatz im Bereich Herstellung und Entwicklung in der pharmazeutischen Industrie zu finden. Viele Arbeitgeber legen aber weniger Wert auf das Promotionsthema an sich als auf die erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Berufsaussichten

Die Berufsaussichten für Apotheker sind eng mit der Situation der Apotheken verknüpft. Im Moment sind die langfristigen Auswirkungen der anstehenden Gesundheitsreformen, in deren Ergebnissen mit einem Stellenabbau im Apothekenbereich zu rechnen ist, noch nicht abzuschätzen. Ebenfalls bleibt noch offen, welche Folgen die Öffnung des Apothekenwesens innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten auf die Berufsaussichten der Apotheker hat.
In der pharmazeutischen Industrie haben Apotheker weiterhin vergleichsweise gute Beschäftigungsmöglichkeiten. Aufgrund rechtlicher Vorgaben dürfen bestimmte Arbeitsplätze nur von Apothekern besetzt werden. Außerdem erweitern viele Firmen ihre biotechnologischen oder gentechnologischen Bereiche und schaffen somit wiederum interessante Tätigkeitsfelder auch für Apotheker.

Studieren im Ausland

Wer ein Auslandssemester anstrebt, muss oft in Kauf nehmen, dass sich dadurch die Gesamtstudienzeit etwas verlängert. Im Ausland erbrachte Studienleistungen entsprechen nicht in jedem Fall den Vorgaben der Approbationsordnung für Apotheker und werden somit nicht unbedingt auf die Ausbildung angerechnet. Es ist daher sinnvoll, vorher einen Studienberater zu konsultieren.